Die Stadt Oslo - Die Geld-Umlenker
Divestment ist Klimaschützern schon seit einiger Zeit ein Begriff – die Forderung der Organisation 350.org, Gelder aus fossilen Investments abzuziehen, hat weltweit bereits 180 Institutionen erreicht. Auch Städte wie San Francisco, Seattle oder Oxford sind bereits Teil der Bewegung.
Dass sich Anfang 2015 erstmals eine Hauptstadt anschloss, dürfte der Idee noch einmal neuen Schub geben: Oslo kündigte an, sämtliche Investitionen aus Kohle-Fonds herauszunehmen.
„Wir ziehen uns aus Kohleunternehmen zurück, da die Stromproduktion aus Kohle zu den umweltschädlichsten Verfahren im Energiesektor zählt“,
sagte der Finanzkommissar Eirik Lae Solberg.. Stattdessen will die norwegische Hauptstadt ihr Geld nachhaltig anlegen. „Wir wollen unsere Investitionen nutzen, um umweltfreundlichere Energien und eine umweltfreundlichere Gesellschaft zu fördern“, so Solberg weiter.
Insgesamt sieben Millionen US-Dollar (derzeit etwa 6,5 Millionen Euro) aus dem Pensionsfonds der Stadt mit gut 600.000 Einwohnern sollen umgeschichtet werden. „Es geht hier nicht um hohe Summen, aber wir wollen dennoch ein klares Signal senden“, so Solberg. Ein Signal, das vielleicht auch das Klimaengagement Norwegens vorantreibt, dessen staatlicher Pensionsfonds mit einem Wert von weit über 800 Milliarden US-Dollar erste Schritte zur Abkehr von fossilen Energien gegangen ist.
Der Ausstieg aus Kohleinvestments durch die norwegische Hauptstadt könnte zudem Motivation für andere Städte sein. Der Guardian bezeichnete ihn bereits als „historischen Präzedenzfall“. Die Zeitung hat zudem in Kooperation mit 350.org die Kampagne „Keep it in the ground“ gestartet, die dafür wirbt, Gelder aus fossilen Rohstoffen abzuziehen und damit dem Klimawandel zu begegnen. Dass Städte dabei eine wichtige Rolle spielen, weiß auch Eirik Lae Solberg. „Es heißt, dass die Städte der Welt etwa 70 Prozent der Kohlendioxidemissionen verursachen. Also sind sie natürlich ein wichtiger Teil des Problems Klimawandel.“ Oslo hat sich auf den Weg gemacht, diesem Problem zu begegnen.
