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Stand: 01.09.2015

Big Belly Solar

cc George100, CC BY-SA 3.0, bit.ly/1NUGs9Q

Wir haben uns schon längst an das Klischee gewöhnt, dass in den USA alles etwas größer ist. Die Weiten, die Autos, die Erfrischungsgetränke. Dass aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten aber auch ein Mülleimer mit besonders großem Fassungsvermögen kommt, dürfte nicht allgemein bekannt sein. Der Trick: eine solarbetriebene Presse, die das ursprüngliche Volumen ordentlich zusammendrückt. 840 Liter Abfall können damit im Big Belly Solar auf 125 Liter schrumpfen. Als Antriebsenergie für einen Monat Pressen braucht der „große Bauch“ laut Hersteller nur eine Stunde Sonnenlicht. Ist die maximale Füllhöhe erreicht, bittet der Big Belly um Leerung: Über Mobilfunk sendet er ein Signal an das zuständige Abfallunternehmen. So muss dieses den Solarmülleimer nur vom Abfall befreien, wenn er wirklich voll ist. Das hilft dabei, Kosten zu senken. Ein weiterer Vorteil des Systems: Es ist geschlossen, so dass Gerüche nicht raus und Schädlinge nicht rein können.

 

Die Müllsammlung verändern, „eine der ineffizientesten und ressourcenintensivsten Industrien weltweit“ – dies hat sich das us-amerikanische Unternehmen Big Belly Solar zum Ziel gesetzt. Auf seiner Website skizziert der 2003 gegründete Betrieb die Probleme, die der solarbetriebene Mülleimer bekämpft:

 

„Städte haben Mülleimer entweder zu oft geleert und dabei Benzin und Arbeitszeit verschwendet sowie CO2-Emissionen verursacht oder sie waren nicht in der Lage, dem Bedarf gerecht zu werden. Überbordende Mülleimer verursachten Müll-, Gesundheits- und Sicherheitsprobleme.“

 

Inzwischen wird der Big Belly Solar in 47 Ländern vertrieben, in Deutschland seit 2011 durch die German EcoTec GmbH. In 32 Städten steht der solarbetriebene Mülleimer hierzulande bereits, darunter Hamburg und Kiel, München und Ingolstadt. Dabei war die Installation mancherorts nicht konfliktfrei: In Hamburg etwa gab es Kritik, weil Flaschensammler im tiefen Bauch nicht mehr an die Pfandflaschen gelangten. Doch Abhilfe ist da: Inzwischen gibt es Big Belly auch mit Pfandregal. Das zeigt, dass auch in Deutschland manche Dinge etwas größer sein können. Zum Beispiel die Anforderungen an Müllsammlung und -verwertung.

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