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Stand: 29.06.2015

Die Energiezukunft ist dezentral

Bis zur Jahrtausendwende versorgten wenige hundert atomare und fossile Großkraftwerke Deutschland mit Strom. In anderen Industriestaaten war es ähnlich. Auch Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien verfolgten lange Zeit ausschließlich diesen Entwicklungspfad. Diese Zeiten sind vorbei.

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Das Energiesystem basiert künftig auf der Umwandlung von Sonne und Wind in Strom. Es produziert kaum mehr klimaschädliche Treibhausgase und gehorcht auch sonst einer fundamental anderen Logik. Der Logik der Dezentralität.

 

Bei den fossilen Brennstoffen Kohle, Öl und Gas handelt es sich um in Millionen Jahren verdichteter Energie. Im Vergleich dazu treffen Sonnen- und Windenergie in verdünnter Form auf die Erde. Die unmittelbare Folge: Um Sonne und Wind nutzbar zu machen, müssen wir diese „verdünnte Energie“ in Millionen dezentraler Anlagen einsammeln.

 

Neben Millionen von lokalen Kleinkraftwerken zählen zu diesem neuen dezentralen Energiesystem auch flächenmäßig große Anlagen wie Offshore-Windparks und Solarparks. Vor allem die Wirtschaftlichkeit wird über die regionale Zusammensetzung des grünen Kraftwerksparks entscheiden.

 

In Deutschland sind schon heute, bei einem Ökostrom-Anteil von knapp 30 Prozent, mehr als 1,4 Millionen Solaranlagen und über 18.000 Windräder in Betrieb. In den USA hat sich die Zahl der von Energieversorgern installierten kleinen und großen Solarkraftwerke von 2010 bis 2014 auf 675.000 Anlagen vervierfacht.

Die seit über hundert Jahren klar fixierte Grenze zwischen Produzenten und Konsumenten verschwimmt. Die „Prosumer“, also Menschen, die zwischen ihrer traditionellen Rolle als Stromverbraucher und einer neuen als Stromproduzent wechseln, werden in Zukunft mindestens eine von mehreren Säulen des neuen Energiesystems bilden oder es sogar weitgehend prägen.

 

Das dezentrale Energiesystem entwickelt sich auch zu einem Zukunftsversprechen für die Länder des Südens. 1,5 Milliarden Menschen leben ohne Zugang zu Strom. Nun deutet auch alles auf eine Epochenwende: Der Wechsel der Energiebasis macht den Sonnengürtel der Erde zu einer privilegierten Zone. Der Rohstoff Sonne steht in den armen Ländern überreichlich zur Verfügung. Die Verbreitung lokaler Solarsysteme hat begonnen. Sie liefern Strom für Licht, Handys, Radios, Kühlschranke, Betriebe und Krankenhäuser.

 

Zu Beginn der Energiewende investierten vor allem Industrieländer in Erneuerbare Energien. Seit Solar- und Windenergie Jahr für Jahr günstiger zu haben sind, ziehen die Länder des Südens nach. 2014 investierten die Industrieländer 139 Milliarden US-Dollar, Entwicklungs- und Schwellenländer 131 Milliarden US-Dollar. Die Lücke schließt sich. Es ist ein guter Anfang.

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